GEREON GIRGERT

FLEX-TRAINEE ENGINEERING

"Der größte Vorteil ist, dass man voneinander lernen kann, wenn man weiß, wie Menschen in verschiedenen Ländern und in verschiedenen Unternehmen im Wesentlichen die gleichen Aufgaben erfüllen.“

Ein Bild von Gereon Girgert

Gereon hatte die Gelegenheit, im Rahmen des FLEX-Traineeprogramms die Product Company in Qingdao, China, zu besuchen. Neben der Qualifizierung eines neuen Ventils im Rahmen einer Kostenreduzierungsmaßnahme, gehörte es auch zu seinen Aufgaben zu sehen wie die Kollegen in Qingdao arbeiteten, um einige Ideen nach Köln zu mitbringen. Seine nächste Station im FLEX- Programm ist für fünf Monate das Marketingteam von Atlas Copco.

Alter: 27 Jahre

Bachelor of Engineering Mechatronik, HS Koblenz (Bachelorarbeit in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr)

Master of Science Maschinenbau Produktentwicklung, TH Köln (Masterarbeit in Kooperation mit einem Automatisierungsunternehmen: Montage Automotive)

Rolle: FLEX-Trainee seit März 2019

WARUM HABEN SIE SICH FÜR EIN INGENIEURSTUDIUM ENTSCHIEDEN?

Ich habe mich für ein Ingenieurstudium entschieden, weil ich mich für technische Fächer interessiere, weil mich technische Errungenschaften faszinieren und weil ich weiß, wie Technik helfen kann, das Leben der Menschen zu verbessern. Ich habe mich auch deshalb dafür entschieden, weil der Bereich der Ingenieurwissenschaften gute Berufsaussichten und Arbeitsplatzsicherheit bietet.

WELCHE SCHLÜSSELKOMPETENZEN SIND FÜR EIN INGENIEURSTUDIUM ERFORDERLICH?

Das hängt davon ab, was man machen will. Eine spezialisierte Karriere erfordert ein sehr hohes technisches Verständnis, um Lösungen für technische Probleme zu finden. Auch Spezialkenntnisse in einzelnen Disziplinen sind hilfreich.

Projektleiter und Manager brauchen hingegen die Fähigkeit, sich möglichst schnell in die verschiedensten Disziplinen einzudenken, um ein gutes Verständnis für alle Beteiligten zu haben. Um Menschen zu motivieren, sind auch gute Soft Skills und eine umfassende Menschenkenntnis wichtig.

WIR STEHEN AM ANFANG DES JAHRES 2020 - GIBT ES KONKRETE ZIELE FÜR DIESES JAHR? WAS SIND IHRE PRIORITÄTEN?

Mein Hauptaugenmerk für die erste Hälfte des Jahres wird darauf liegen, das Marketingteam von Atlas Copco bestmöglich zu unterstützen. Als Ingenieur habe ich während meiner Zeit in der Entwicklung bei Core Combination bereits Erfahrung mit dem Produktmanagement gesammelt, da es eine Schlüsselkompetenz ist, um zu bestimmen, wie ein Produkt aus der Marketing-Perspektive gesehen wird, und um diese Informationen in etwas Machbares umzuwandeln. Während dieser Zeit möchte ich mein Wissen über kundenorientiertes Engineering erweitern. Wie denken Kunden? Sind technische Ideen marktfähig? Außerdem möchte ich die Brücke zwischen Kundencentern und Produktion verstehen. Während meiner bisherigen Zeit habe ich einen wirklich guten Eindruck von produzierenden Unternehmen gewonnen. Aber wie funktionieren Kundencenter, und wie verläuft die Kommunikation der Kunden vom Vertrieb über das Marketing zur Entwicklung? Als FLEX Trainee habe ich die besondere Gelegenheit, das Gesamtbild der Funktionsweise eines Unternehmens wirklich zu verstehen.

JEDES LAND UND JEDE ABTEILUNG HAT EINE TIEF VERWURZELTE KULTUR. WELCHE ERFAHRUNGEN HABEN SIE IN DIESEM ZUSAMMENHANG GEMACHT? WAS VERSPRECHEN SIE SICH VON IHRER ARBEIT ALS TEIL DES JUNGEN TEAMS BEI ATLAS COPCO VACUUM?

Es war wirklich wichtig zu sehen, wo die Unterschiede liegen. Bis jetzt war ich nur mit der Leybold-Kultur vertraut, die sehr stark von deutschen Ideologien geprägt ist: Perfektionismus und technische Produkte von Weltklasse. Das ist es, was Deutschland am meisten exportiert und warum Deutschland als "Weltklasse" im Ingenieurwesen gilt. Auf der anderen Seite lernt man die Kultur Chinas kennen, wo Entwicklungsgeschwindigkeit und Wendigkeit im Mittelpunkt stehen. Es war beeindruckend zu sehen, wie schnell die Kommunikation mit den Zulieferern war. Und dann ist da noch die Kultur von Atlas Copco, die versucht, das Beste aus Perfektionismus und Agilität zu vereinen, was nicht immer eine leichte Aufgabe ist. Aus diesem Grund ist es wichtig, Menschen in verschiedene Länder und Kulturen zu schicken, um ihre unterschiedlichen Verhaltensweisen zu verstehen.

Als Teil eines jungen Teams zu arbeiten bedeutet, dass ich die Möglichkeit habe, Innovationen voranzutreiben, da junge Leute oft "verrückte" Ideen haben, die zu wirklich guten neuen Produkten und/oder Strategien führen können. Ich denke, Leybold und Atlas Copco bieten die Möglichkeit, nicht nur eine Idee zu haben, sondern diese Idee auch in ein Produkt umzusetzen.

DER WECHSEL DER ABTEILUNGEN IST TEIL DES FLEX TRAINEE PROGRAMMS. WAS GEFÄLLT IHNEN DARAN AM BESTEN?

Das Beste am Abteilungswechsel ist, dass man neue Leute kennen lernt und sich mit ihren Aufgaben und Verantwortlichkeiten vertraut macht. Es ist wirklich schön, die Gelegenheit zu haben, ein starkes Netzwerk aufzubauen. Es ist immer einfacher, mit Leuten in der Zukunft zusammenzuarbeiten, wenn man sie bereits aus der Zusammenarbeit in der Vergangenheit kennt.

Neben den Abteilungswechseln, was ein Traineeprogramm ausmacht, gefällt mir hier besonders gut, dass es sich flexibel gestalten lässt. Jeder kann seine eigenen Wünsche und Interessen verwirklichen. Trotzdem gibt es eine klare Zielvorstellung für jeden einzelnen Trainee, welche auf den aktuellen Bedarf des Unternehmens zurechtgeschnitten ist. Dadurch gibt es kein Konkurrenzdenken zwischen den Traineekollegen, was sehr bedeutend für den Aufbau einer Gemeinschaft ist. Ein offener Austausch und gegenseitige Hilfe sind somit nicht nur während der Arbeitszeit möglich, sondern auch im Privatleben. Fachlich steht jedem Trainee ein Tutor in der jeweils aktuellen Abteilung zur Seite. Sehr gut finde ich auch, dass alle Trainees parallel an einem Mentoring-Programm teilnehmen, welches über die gesamte Zeit des Programms läuft.

GIBT ES ETWAS, DAS SIE DEN MENSCHEN ÜBER DIE VOR- UND NACHTEILE DER ARBEIT IN VERSCHIEDENEN PRODUCT COMPANIES UND LÄNDERN ERZÄHLEN MÖCHTEN?

Der größte Vorteil ist, dass man voneinander lernen kann, wenn man weiß, wie Menschen in verschiedenen Ländern und in verschiedenen Unternehmen im Wesentlichen die gleichen Aufgaben erfüllen. Man kann sich über seine Heran- und Vorgehensweise austauschen und voneinander lernen. Wie uns "Atlas Copco – The Book" lehrt, gibt es immer einen besseren Weg, Dinge zu tun, und wir können in unserem eigenen Konzern Inspiration finden. Einer der Nachteile ist, dass es in einem dezentralisierten Netzwerk nicht einfach ist, alle darauf abzustimmen, was sie tun sollen und wie sie es tun sollen. In diesem Fall ist es also umso wichtiger, die verschiedenen Länder und Unternehmen zu kennen.