RH (Ruhrstahl Heraeus) Entgasungsanlagen wurden entwickelt, um den enormen Bedarf an Vakuum-Entgasungskapazität integrierter Stahlwerke zu decken. Angesichts von Pfannengrößen von 150-350 t, würden Tankentgaser ein riesiges Volumen haben und daraus folgend eine niedrige die Produktivität. Im Vergleich dazu ermöglicht das RH-Design Vakuumbehandlungen in sehr schneller Abfolge.
Daneben ist die Entgasung und Entkohlung dank eines intensiveren Argoneinsatzes und eines viel größeren Freibordes des Reaktionsgefäßes effektiver als bei Tankentgasern (VD/VOD).
In einem RH-System trägt das untere Ende des Vakuumbehälters zwei Schnorchel, die in die Pfanne mit dem Stahlbad getaucht werden. Durch die Evakuierung des Behälters wird der Stahl in die Behandlungskammer gehoben.

Die Prozessherausforderungen für das Vakuumsystem sind im Allgemeinen ähnlich wie bei VD / VOD. Da die Tonnagen jedoch höher sind und der Schutz der Sauerstofflanze eine enorme zusätzliche Gaszufuhr erfordert, kann der typische Saugvermögensbedarf beim Entgasungsdruck (~0,67 mbar) bis zu >1.000.000 m³/h steigen.

Die Staubfiltration ist erforderlich, um die teilweise riesigen Mengen an Staub, die während des Prozesses entstehen, abzufangen. Da die Staubpartikel oft pyrophor sind, muss das Filtersystem entsprechend ausgelegt sein. Erfolgreich eingesetzte Filter werden deswegen mit "Inertgas-Rückspülung" zur Reinigung der Filteroberfläche ausgerüstet.

Während der länger andauernden Sauerstoffphase bei rauen Betriebsdruck haben die aus dem Tank-Entgaser austretenden Gase eine hohe Dichte, was bedeutet, dass sie viel Wärmeenergie speichern. Um den Staubfilter vor Überhitzung zu schützen, muss während der Sauerstoffblasphase ein Gaskühler zwischen Filter und Tank installiert werden.